Biekerech : 25 Joer ökologesch Politik
Videoreportage über die Gemeinde Beckerich
Reportage et vidéo sur France24
Seit Camille Gira 1982 zum Schöffe und 1990 zum Bürgermeister der Gemeinde Beckerich wurde, steht die Politik der kleinen Landgemeinde ganz im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung und des Klimaschutzes. Zusätzliche Hilfe bekommt der Abgeordnete und Bürgermeister seit 2005 in der Person von Tim Hengen, erster Schöffen und Vorstandsmitglied der JONK GRENG.
Die Klimabündnisgemeinde Beckerich ist auf dem Weg unabhängig von fossilen Energiequellen zu werden. Mehr noch, Beckerich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020-2025 die erste energie-autarke Gemeinde Luxemburgs zu werden. Das heißt der gesamte Energieverbrauch von 2.200 Bürgern, der Betriebe und der öffentlichen Gebäude soll nicht nur zu 100% mit erneuerbaren Energien gedeckt werden, sondern integral auf den eigenen erneuerbaren Ressourcen und einer lokalen Produktion aufbauen.
Die konkrete Umsetzung und der bisherige Erfolg dieser Strategie lassen sich sehen. Bereits 2005 konnte mit erneuerbaren Energiequellen rund 90 % des Stromverbrauchs der Niederspannungskunden gedeckt werden und nach Inbetriebnahme der Holzhackschnitzelanlage auch 40 % des Wärmebedarfs der Haushalte.
Biogas
Mit dem Pilotprojekt einer kleinen Biogas-Anlage welche Strom für 15 Haushalte und einen Bauernhof liefert, konnten die Landwirte überzeugt werden sich am Hauptprojekt zu beteiligen. Inzwischen produziert diese zweite Biogasanlage mit Hilfe einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Strom für rund 700 Haushalte, sowie Wärme für 120 Haushalte.
Holzhackschnitzel
Beckerich zählt rund 700 Hektar Waldfläche, von denen 300ha der Gemeinde und 400ha Privatpersonen gehören. Um dieses Potential zu nutzen, haben die Gemeindeverantwortlichen das Projekt einer kollektiven Holzhackschnitzelanlage angestoßen. Die Holzhackschnitzelanlage wird die Biogasanlage ideal ergänzen und Wärme für eine wesentlich größere Anzahl an Haushalten liefern.
Wärmenetz
Die Wärme der Biogasanlage und der zukünftigen Holzhackschnitzelanlage wird über ein unterirdisch verlegtes Wärmenetz an die Haushalte der umliegenden Ortschaften verteilt. Die Begeisterung für das Wärmenetz war von Anfang an sehr groß und sie wächst weiter, je höher der Heizölpreis steigt.
Solarkraft
Mehr als 10% der Haushalte besitzen Solarzellen und/oder Kollektoren zur Strom- und Wärmeproduktion auf ihren Dächern. Die Gemeinde hat zusätzlich die Dächer ihrer Gebäude den Bürgerinnen und Bürgern gratis zur Verfügung gestellt um kollektive Photovoltaikanlagen zu ermöglichen. So wird rund 5 % des Stromverbrauchs der Gemeinde durch die lokalen Photovoltaikanlagen gedeckt.
Öffentlicher Transport
Früher gab es zwei Busverbindungen am Tag nach Luxemburg. Heute fahren die Busse im Stundentakt und mit durchschnittlich 15 Passagieren. Mit den Nachbargemeinden wurde eine Kampagne zur verstärkten Nutzung des öffentlichen Transports gestartet, um diese Zahl weiter zu erhöhen und die Busverbindungen zu optimieren.
Energiesparen
Neben den erneuerbaren Energien, sind Energieeffizienz und Energiesparen weitere Grundpfeiler des Klimaschutzes. Die Gemeinde achtet diese Prinzipien z.B. bei Sanierung und Neubau von öffentlichen Gebäuden und motiviert Firmen und Haushalte das gleiche zu tun. Seit 2005 gibt es kommunale Subsidien für eine bessere Wärmedämmung von Gebäuden. Ein Pilotprojekt zur Telegestion und Dimmung der Straßenbeleuchtung führte zu einer Einsparung von 25 % des Stromverbrauchs!
Sensibilisierung
Die Gemeinde Beckerich hat bewiesen, dass Sensibilisierungs-kampagnen zum Thema Energiesparen, Wassersparen, Müllvermeidung oder für die Nutzung des öffentlichen Transports Früchte zeigen, wenn man sie offen und professionell angeht. Man muss die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Alltagssorgen von Anfang an mit einzubeziehen und nicht einfach von oben herab kommunizieren. So konnte neben dem Energieverbrauch z.B. der Wasserverbrauch um 15 % verringert werden!




