Orientierungsdebatte Energie- und Klimapolitik: Vier Fragen an Henri Kox

Catégories : 
Actualité
Thèmes : 
Ecologie et environnement
Auteurs : 
Kox Henri

Publié le

Interview mit Henri Kox, Präsident der Unterkommission Orientierungsdebatte Klima

Warum ist es nötig, die Luxemburger Energie- und Klimapolitik neu zu orientieren?

Henri Kox: Eigentlich wäre die Weltklimakonferenz in Paris, mit Luxemburger EU-Präsidentschaft, allein schon Grund genug gewesen, sich grundsätzlich mit der Ausrichtung der Luxemburger Klimapolitik intensiver zu beschäftigen. Ich wollte jedoch mehr: weg von der jahrelangen Mentalität, die Klimaschutz als Hindernis oder Einschränkung betrachtet und hin zu einer Politik der positiven Herangehensweise an klimapolitische Ziele, die Zukunftschancen für Wirtschaft und Arbeitsplätze erkennen lassen soll. Dieser Paradigmenwechsel ist vor allem auch im eigenen Land ein wichtiger Grundsatz für Emissionsminderungen.

Was wird sich konkret in Luxemburg ändern?

Henri Kox: Bisher hat Luxemburg seine Klimaziele vor allem durch den Einkauf von Zertifikaten erfüllt. Damit soll jetzt Schluss sein. Alle Bereiche sind gefordert um Reduktionsziele zu erreichen, die in einer Strategie für mittel- und langfristige Zeiträume festgelegt werden. Eine solche Vorgehensweise erhöht unsere Glaubwürdigkeit bei internationalen Konferenz wie bei der COP21 in Paris, jedoch auch auf EU-Ebene. Darüber hinaus investiert Luxemburg erheblich in den internationalen Klimaschutzfonds, wofür vor allem die Entwicklungsländer dankbar sind. Die Chancen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sollen gezielt wahrgenommen werden. Aufstrebende Bürgerkooperativen im Energiebereich sollen gefördert werden.

Wie bewertest du die Arbeiten in der Unterkommission?

Henri Kox: Das Arbeitsklima zwischen den Parteivertretern war generell gut und wir waren uns in vielen Punkten einig. Als Präsident der Unterkommission habe ich versucht allen Strömungen und Wünschen der Parteien Rechnung zu tragen, dabei jedoch das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dass sich die CSV im allerletzten Moment bei der Abstimmung des Berichts trotzdem enthalten hat, ist sehr bedauerlich weil im Hinblick auf Paris und auch auf die vielen Initiativen in Luxemburg ein parteiübergreifender Klima-Konsens ein wesentlich besseres Zeichen gewesen wäre.

Wie siehst du die Chancen für die COP21 in Paris?

Henri Kox: Ich bin vorsichtig optimistisch, dass in Paris eine Einigung zustande kommen wird. Wie auch immer diese aussehen mag, es wird und muss Klimapolitik auch nach der COP21 geben. Wichtig dabei sind konkrete Änderungen in vielen Bereichen wie Mobilität, Energieversorgung, Ressourcenschonung, usw. Es bleibt viel zu tun für eine CO2-freie Wirtschaft.

gréng Blogs