Nordstrooss: de leschten Akt vun enger aler Verkéierspolitik

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Transports et Mobilité

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Interview mit der grünen Parteipräsidentin Françoise Folmer zur Eröffnung der Nordstraße

Françoise, was empfindest Du anlässlich der Eröffnung der Nordstraße?

Françoise Folmer: Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie, dass gerade dieses Projekt von einem Minister aus unserer Partei eingeweiht werden wird! Aus grüner Sicht bleibe ich skeptisch, was den reellen Nutzen dieser überteuerten Infrastruktur angeht, auch wenn François Bausch durch verschiedene Planungsanpassungen versucht z. B. die Anbindung an den Kirchberg zu verbessern, beziehungsweise die zu erwartenden Probleme dort zu entschärfen. Diese Straße ist ein Überbleibsel einer veralteten, allein auf das Auto ausgerichteten Verkehrspolitik, in der darüber hinaus keine wirklich sachliche Diskussion zu möglichen Varianten geführt wurde. Ich bin aber zufrieden, dass endlich auch die längst fälligen Kompensationsmaßnahmen angepackt werden sollen, da das bis dahin größte zusammenhängende Waldgebiet, der ‘Gréngewald’, bei diesem Bau das Nachsehen hatte.

Siehst Du auch positive Nebenwirkungen durch die Eröffnung der Nordstraße?

Françoise Folmer: Ja, jedoch nur unter der Voraussetzung dass das bestehende Straßennetz im Alzettetal zurückgebaut wird, um mehr Raum für den öffentlichen Transport, für die sanfte Mobilität und für die Anwohner zur Verfügung zu stellen. Inwieweit dies von allen Akteuren gewünscht ist und akzeptiert wird, bleibt abzuwarten. déi gréng befürworten diese Rückbaumaßnahmen und möchten somit den Menschen im Alzettetal einen Teil ihrer Lebensqualität zurückgeben, die ihnen durch den Autoverkehr jahrelang genommen wurde.

Welche Hoffnungen verbindest Du mit diesem Eröffnungsakt?

Françoise Folmer: Mit diesem Akt wird auch eine neue Ära der Mobilitätspolitik durch François Bausch eingeläutet, eine Verschiebung der Prioritäten hin zum öffentlichen Transport und zur sanften Mobilität. In den nächsten Jahren werden andere, nachhaltigere Mobilitätskonzepte zum Tragen kommen. Die großen zukünftigen Infrastrukturprojekte werden vor allem im Schienenbereich umgesetzt werden, sei es um das Tramprojekt als wichtigen Teil des Gesamtverkehrskonzeptes in und um die Stadt Luxemburg weiterzutreiben, sei es um die Kapazitäten im Zugverkehr auszubauen und weiterzuentwickeln. Letztere betreffen sowohl den Personenverkehr wie auch den Güterverkehr, z. B. durch die großen Investitionen an der Multimodalplattform in Bettemburg, die zurzeit getätigt werden. Das alles sind wichtige Projekte, die von der Umsetzung grüner Ideen in der Verkehrs- und Landesplanungspolitik zeugen!

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