Kinder, lernt zu Hause.... rät Schulpsychologin Brasseur

Catégories : 
Actualité
Thèmes : 
Enfance et Jeunesse Education et Enseignement
Auteurs : 
déi gréng
Kinder, lernt zu Hause.... rät Schulpsychologin Brasseur

Publié le

Statt den immer stärker überforderten Eltern kostenlose Ratschläge auf Illustriertenniveau zu servieren, wäre das Bildungsministerium besser beraten, ihnen handfeste Hilfestellungen im schulischen Alltag zu bieten.

18.09.2002

Kinder, lernt zu Hause....
rät Schulpsychologin Brasseur

Die unwissenden Eltern schulpflichtiger Kinder dürfen nichts falsch machen. Deshalb erhielten sie dieser Tage einen Brief mit Ratschlägen der früheren Schulpsychologin und derzeitigen Bildungsministerin Anne Brasseur. Im Stil einer "Bravo"-Rubrik à la "Dr. Sommer antwortet" werden in dem Schreiben banale Allgemeinplätze aneinandergereiht, wie etwa über einen vernünftigen Umgang mit Fernsehen und Computer, zur Wichtigkeit von Spiel und Spaß oder über das Erlernen gutbürgerlicher Manieren zu Hause.

Pädagogik aus der Mottenkiste

Zum Thema Hausaufgaben verweist die Ministerin auf die Wichtigkeit dieser außerschulischen Aktivität. Die Kinder müssen sie natürlich alleine machen, doch die Eltern sollen darüber wachen, dass die Hausaufgaben regelmäßig und korrekt gemacht werden. Sofern die Eltern überhaupt in der Lage sind, sich mit dem immer komplexer werdenden Lernstoff vertraut zu machen.

DÉI GRÉNG sehen die Aufarbeitung der in der Schule gelernten Fähigkeiten und Kenntnisse etwas anders. Statt den immer stärker überforderten Eltern kostenlose Ratschläge auf Illustriertenniveau zu servieren, wäre das Bildungsministerium besser beraten, ihnen handfeste Hilfestellungen im schulischen Alltag zu bieten.

Ganztagsschulen statt Containerschuppen

DÉI GRÉNG erinnern daran, dass in vielen Gemeinden ein flächendeckendes Angebot an Stütz- und Förderkursen sowie an sinnvoller Freizeitbeschäftigung fehlt. Das Ministerium überläßt den Gemeinden dieses Feld und stiehlt sich aus der Verantwortung. Um allen Kindern die bestmöglichen Bildungschancen zu bieten, fordern DÉI GRÉNG deshalb die Einführung eines Angebots an Ganztagsschulen. Ein Rahmengesetz muss her, das ein flächendeckendes und hochwertiges Angebot an "structures d'accueil" als Teil der öffentlichen Schule festschreibt.

Die Ganztagsschule bietet einen Rahmen in dem - außerhalb der klassischen Schulstunden - Kinder mit Lernschwierigkeiten oder sprachlichen Problemen eine optimale Unterstützung erhalten können. Auch Begabungen könnten so verstärkt gefördert werden, z.B. durch pädagogisch begleitete Projektarbeiten.

Was die Infrastrukturen angeht, besteht weiterhin ein akuter Nachholbedarf: DÉI GRÉNG finden es skandalös, dass auch zur Rentrée 2002 Containerklassen noch immer zum schulischen Alltag gehören.

Für eine wahre Bildungsreform

Neben der Einführung der Ganztagsschule, fordern DÉI GRÉNG eine grundlegende Überprüfung und Modernisierung der veralteten Lerninhalte und Unterrichtsmethoden. Ein zeitgemäße Bildungspolitik setzt auf fächerübergreifenden und realitätsnahen Unterricht, ständige Weiterbildung der LehrerInnen sowie auf autonomere Schulen mit dem nötigen Gestaltungsspielraum.


Die Eltern aktiv mit einbinden

Überhaupt lässt die Ministerin sowohl Eltern wie LehrerInnen im Regen stehen, wenn sie zwar auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule pocht, ansonsten aber kaum konkrete Initiativen vorantreibt, um eine engere und gefestigte Verbindung von Elternhaus und Schule zu schaffen. Auch hier warten die Betroffenen vergeblich auf die angekündigte Stärkung der sog. "Schulkultur", die die Zusammenarbeit aller Akteure in der Schule auf eine effiziente Grundlage stellt.


für DÉI GRÉNG

Robert Garcia      
Abgeordneter      

Nora Janah
Sprecherin DÉI JONK GRÉNG