Etikettenschwindel bei der Qualität der Badegewässer

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Actualité
Thèmes : 
Agriculture Ecologie et environnement
Auteurs : 
Gira Camille, Kox Henri

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Die Europäische Kommission hat kürzlich in einer Pressemitteilung den luxemburgischen Badegewässern eine hervorragende Qualität bescheinigt. Das wurde jedoch erst dadurch möglich, dass Luxemburg einige belastete Flüsse, die den Touristen sehr wohl als Badegewässer dienen, nicht mehr als solche nach Brüssel gemeldet hat.

Diese Vorgehensweise der Regierung ist nicht nur schamlos, sie ist gefährlich für die Menschen und schädlich für den Tourismus“ meint dazu der Abgeordnete Henri Kox, Tourismusexperte von déi gréng. „Den Touristen wird eine gute Qualität der Luxemburger Badegewässer vorgegaukelt. Vor Ort werden sie dann eines besseren belehrt oder sie nutzen die Gewässer trotzdem zum Baden, da sie keine andere Wahl mehr haben. Abgesehen von den Gesundheitsrisiken, wird dieser Etikettenschwindel nur wenige Jahre funktionieren, dann bleiben die Touristen ganz aus“, so Kox weiter.

Dies ist ungefähr so, wie wenn ein Arzt bei der Blutprobe nur die Parameter kontrolliert, von denen er annehmen kann, dass sie in den Normen liegen. Wenn er daraufhin den Patienten gesundschreibt, ist er entweder ein Scharlatan oder gewissenlos. Genauso die Regierung: Anstatt die wirkliche ‚Krankheit‘ zu bekämpfen (fehlende Kläranlagen, gewässerschonende Bodenbewirtschaftung, usw.), wird lediglich das Etikett manipulierterklärt der grüne Abgeordnete Camille Gira und erinnert daran, dass nur 7% unserer Oberflächengewässer in einem guten Zustand sind. Mehr als die Hälfte (54%) weisen einen mäßigen Zustand aus und 39% sind unbefriedigend oder schlecht. Zudem weisen 60% des Quellwassers Pestizidrückstände auf. Auf all diese Missstände haben déi gréng schon mehrmals hingewiesen und Lösungen vorgeschlagen“, so Camille Gira abschließend.

Pressemitteilung

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