Een neien Elan fir d‘Kulturpolitik zu Lëtzebuerg!

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Culture et Médias
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déi gréng, Kmiotek Christian

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Pressekonferenz vum Sam Tanson an dem Christian Kmiotek zur Kulturpolitik

Die Kulturpolitik in Luxemburg braucht einen Neuanfang!

Kultur ist ein wichtiges Element gesellschaftlichen Lebens. Kultureller Austausch trägt dazu bei, Brücken zwischen den Menschen zu bauen und ein besseres Verständnis für die gegenseitigen Werte und Traditionen zu schaffen. Kultur schaffen und Kultur erleben fördern das kritische Denken der Menschen und die soziale Kohäsion in der Gesellschaft.

Dafür brauchen wir eine starke und aktive Kulturszene. déi gréng werden sich deshalb verstärkt für Kulturschaffende, deren Verbände und Vereine einsetzen. Egal ob Kulturschaffende nur in ihrer Freizeit aktiv sind oder ihr Engagement zum Hauptberuf machen, sie brauchen optimale Rahmenbedingungen für ihr kreatives Wirken.

Grüne Kulturpolitik hat deshalb folgende Schwerpunkte:

 

Kunstschaffende stärken

Die Luxemburger Szene der professionellen Künstler*innen ist sowohl von der kulturellen Ausstrahlung her als auch von den Beschäftigtenzahlen nicht mehr aus dem Kulturleben wegzudenken. Sie ist qualitativ eingebunden in die europäische Kulturlandschaft und trägt Luxemburgs Namen positiv in die Welt.

Daneben sind die lokalen Musikvereine, Chöre, Theaterinitiativen und Tanzclubs ebenfalls ein grundlegender Bestandteil der Luxemburger Kulturszene. Konservatorien, Musikschulen und Kunstakademien entfalten erst dann ihre volle Wirkung, wenn auch im privaten Bereich Kunst ausgeübt wird. Zuhause, im kleinen Kreis, in den Vereinen, in der Freizeit, und überall dort, wo Freude an der Ausübung einer künstlerischen Aktivität besteht, wachsen ebenfalls die zukünftigen Profis heran.

déi gréng werden das Statut sowie die Arbeitsbedingungen der freischaffenden Künstler*innen und temporär beschäftigten Techniker*innen evaluieren verbessern durch:

    • die Vereinheitlichung der Mindeststandards bei Arbeits- und Werkverträgen;
    • die Einführung einer reduzierten Mehrwertsteuer auf künstlerische Darbietungen diese Kategorie Künstler entlasten und somit das Konkurrenzverhältnis zu den nebenberuflichen Künstlern entschärfen;
    • die Berücksichtigung der Vorbereitungs- und Fortbildungszeit bei der Berechnung der geleisteten Arbeitsstunden.

 

Alle Kunstbereiche koordiniert fördern

déi gréng werden sich durch die Schaffung eines „Luxembourg Arts Council“ für die Promotion und den Export von einheimischer Kreativität in allen Kunstsparten stark machen. Das erfolgreiche Beispiel des Music-LX sollte spartenübergreifend funktionieren und mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet werden.

Auf diese Weise können die positiven Erfahrungen, die in einzelnen Kunstsparten bei der Unterstützung und Promotion von Künstlern gemacht wurden auch in anderen Bereichen zum Tragen kommen.

 

Kultureinrichtungen absichern und weiterentwickeln

Das Panorama der Kulturhäuser und Institutionen in Luxemburg ist breit gefächert und entwickelt sich ständig weiter. Der Kulturentwicklungsplan soll denn auch eine Art Landesplanung des kulturellen Angebots beinhalten und entsprechende Richtlinien festsetzen für eine bessere thematische und geographische Gewichtung des öffentlichen Kulturangebots.

déi gréng werden dabei einen besonderen Akzent auf interkulturelle Aktivitäten in öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen legen, sowie auf deren Verantwortung als Plattform für die Förderung einheimischer Talente. Gleichzeitig werden wir die Aktivitäten und Programme der regionalen Kulturhäuser mittelfristig absichern.

 

Den Zugang zur Kultur fördern

Derzeit nutzt nur eine Minderheit der Bürger*innen das offensichtlich breite kulturelle Angebot. Warum sind viele junge Menschen jeglicher Partizipation abhold, auch wenn sie im schulischen Bereich oft damit in Kontakt gekommen sind? Warum frequentiert das Publikum vor allem Bewährtes und Mainstream und behauptet, innovative Kunst vielfach nicht zu verstehen?

Auch wenn es gilt, eine Exzellenz im professionellen Bereich zu fördern, so soll das nicht heißen, dass nicht-professionelle Akteur*innen und soziokulturell engagierte Gruppen der Zivilgesellschaft außen vorgelassen werden. Initiativen von unten sollen stärker gefördert werden.

Deshalb werden déi gréng den Zugang zur Kultur für alle Kinder in den Schulen und Betreuungseinrichtungen verbessern. Kultur, oder besser noch Kreativität, muss fächerübergreifend in der Schule verankert werden.

Den Zugang zur Kultur für alle über die Preispolitik, Infrastruktur, sprachliche Gestaltung, usw. soll möglichst barrierefrei gestaltet werden. Dabei sollen insbesondere diejenigen Personengruppen adäquat angesprochen werden, die im Kulturbetrieb unterrepräsentiert sind.

déi gréng werden ebenfalls Konventionen zwischen den Kulturträgern und dem Kulturministerium verstärkt nutzen um individuelle oder gemeinschaftliche Initiativen von unten zu fördern damit sie zum einen die Kultur demokratisieren, und zum anderen Talente für die professionelle Kunstszene entdecken und motivieren helfen.

Dazu gehört beispielsweise, dass der Zugang zum Musikunterricht auf kommunaler Ebene stärker gefördert werden muss, durch eine Reform des Musikschulgesetzes von 1998 und einer Verpflichtung der Gemeinden für ein breit gefächertes Angebot an lokalem Musikunterricht.

 

Kulturgüter und Wissen erhalten

Auch dem rasant schrumpfenden Bestand an Denkmälern aus verschiedenen Epochen der Industriegeschichte muss eine erhöhte Aufmerksamkeit zukommen. Dabei sollen neben der klassischen Bestimmung als schützenswertes Denkmal innovative Transformations- und Nutzungsformen im Vordergrund einer planerischen Strategie stehen.

déi gréng werden also das reformierte Denkmalschutzgesetz endlich zur Abstimmung bringen und die Bevölkerung durch Vermittlungsarbeit für den Erhalt historischer Bausubstanz sensibilisieren.

Darüber hinaus werden wir ein besonderes Augenmerk auf den Erhalt des Wissens legen und seiner Zugänglichkeit durch Digitalisierung und einem verbesserten Archivwesen.

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