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Kurzinterview mit Staatssekretär Camille Gira zu den neuen Jagdbestimmungen für Fuchs und Wildschwein

Warum wird die Fuchsjagd eingestellt?

Camille Gira: Es gibt derzeit kein sachliches Argument für die Bejagung des Fuchses in Luxemburg. Weder sind die Bestände zu hoch, noch haben die Füchse vermehrt Krankheiten, die eine Gefahr für andere Tiere oder den Menschen darstellen, noch wird das Fuchsfleisch gegessen oder deren Fell genutzt. Wir können nicht andere Länder für mangelnden Tierschutz anklagen, wie z.B. den Walfang auf den Färöer-Inseln, wenn wir selbst Füchse töten und in die Mülltonne werfen.

Braucht die Wildschweinjagd eine Pause?

Camille Gira: Wie jede andere Tierart braucht auch das Wildschwein eine Ruhepause während der Reproduktionsphase. Dies ist nicht nur eine Tierschutzmaßnahme, weniger Stress in dieser Phase kann sich auch positiv auf die Bestände auswirken. Ich bin mit den Leistungen der Jäger im Zusammenhang mit dem neuen Jagdgesetz sehr zufrieden und davon überzeugt, dass diese 6-wöchige Ruhepause den Zielen einer verantwortungsvollen Jagd sehr entgegen kommt. 

Deuten diese Entscheidungen auf einen neuen, besseren Umgang mit Tieren hin?

Camille Gira: Die Vorstellung, dass der Mensch als hauptsächlicher Regulator in den Haushalt der Natur eingreifen soll, ist veraltet und entspricht nicht der Denkweise des 21ten Jahrhunderts. Viele Versuche, dies zu tun, haben sich in der Vergangenheit als verheerend erwiesen. Es geht heute eher darum, die negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die natürlichen Kreisläufe zu begrenzen. Ich denke dabei an Luftschadstoffe, den Einsatz von Pestiziden, aber auch die Zersiedlung und Verarmung der Naturlandschaft. Die Jagd wird nach wie vor eine Rolle spielen, jedoch eine andere als bisher.