Das Multimodal-Bahnprojekt in Düdelingen/Bettembourg: Gute Idee, schlechte Umsetzung

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Kurz vor der Sommerpause soll im Parlament ein Gesetzesprojekt im Eiltempo über die Bühne gehen, um die erste Phase des Ausbaus vom Multimodal-Terminal in Bettembourg/Düdelingen zu finanzieren. Die Idee ist gut, die Umsetzung jedoch nicht durchdacht. Wichtige Zahlen zur ökonomischen Machbarkeit fehlen. Die Pläne zur präzisen Streckenführung zwischen Autobahn und Lastwagenterminal lassen viele Fragen offen in Bezug auf Umwelt und Transitverkehr. Die Sorgen der Anrainer in Bettembourg und Düdelingen sind also berechtigt.

Beim „Multimodal-Terminal“ geht es darum, einen großen Umschlagplatz zwischen Bettembourg und Düdelingen zu schaffen, um das hohe Frachtaufkommen von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Im Prinzip unterstützen wir das Vorhaben, die Straßen vom Schwertransport zu entlasten. Auf Grund der zentralen Lage seines Schienennetzes ist das Areal zwischen Düdelingen und Bettemburg gut dafür geeignet. Wir sind also nicht prinzipiell gegen dieses Multimodal-Terminal. Aber die Unterlagen, die dem Parlament vorgelegt wurden sind einfach mangelhaft,“ meint Josée Lorsché von déi gréng und erklärt: „Eine ökonomische Machbarkeitsstudie liegt nicht vor und wir wissen nicht einmal, wie hoch die Gesamtkosten am Ende sein werden. Das vorliegende Gesetz ist nur ein Teilgesetz, da es sich ausschließlich auf die Schieneninfrastruktur beschränkt. Der notwendige Ausbau der Straßeninfrastruktur wird nirgends beziffert!“

„Es ist ein großes Projekt, das sicherlich weit mehr als die 250 Millionen kosten wird. Die Zahl der Arbeitsplätze wird notgedrungen von der Entwicklung des Frachtverkehrs abhängig sein und nicht unbedingt den frommen Wünschen der CFL entsprechen, stellt Henri Kox von déi gréng fest. „Zukunftsprognosen, wie sie vor der Wirtschaftskrise aufgestellt wurden, sind derzeit nicht realistisch. Wir haben den Verdacht, dass hier eher eine Logistik-Infrastruktur entstehen soll, die vor allem darauf abzielt, den LKW-Verkehr durch Luxemburg noch attraktiver zu machen, damit wir weiterhin vom Tanktourismus profitieren können.“

„Den Anwohnern in Düdelingen und Bettembourg wurden bezüglich Lärmschutz und Umweltmaßnahmen verschiedene Zusagen gemacht. Wir fragen uns jedoch wie sicher die Umsetzung dieser Versprechen ist.“ ergänzt Josée Lorsché:  „Zum Teil werden sie im Exposé des Motifs erwähnt, ohne aber im Budget vorgesehen zu sein. Da das Gesetz nur den Ausbau des Schienennetzes umfasst, wird dem Parlament hier die Katze im Sack verkauft".

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