Bienensterben und Imker-Entschädigung (QR)

Catégories : 
Question parlementaire
Thèmes : 
Agriculture Ecologie et environnement
Auteurs : 
Gira Camille, Kox Henri

Publié le

Antwort auf die parlamentarische Anfrage von Camille Gira und Henri Kox an den Landwirtschaftsminister

Am Ende des Winters 2012/13 mussten die luxemburgischen Bienenzüchter wiederrum den Verlust großer Teile ihrer Bienenvölker feststellen. Meinen Informationen zu Folge sind die Bienenvölker in einem nie dagewesenen Ausmaß dezimiert worden. Zahlreiche Bienenstöcke wurden vollständig entvölkert. Im Norden des Landes, im Kanton Clerf, hat eine vereinsinterne Umfrage einen Völkerverlust von ungefähr 60 Prozent der im Sommer 2012 aufgebauten Völker ergeben. Dieses Bienensterben kann nicht alleine auf die vor rund 25 Jahren nach Luxemburg eingeschleppte Varroa-Milbe und die durch diese Parasiten übertragenen Viren zurückgeführt werden. Wir müssen unweigerlich Probleme aus der Umwelt in Betracht ziehen. Die Europäische Union hat kürzlich mit dem Verbot von drei der bienenschädlichen Neonicotinoiden, welche bisher immer stärker in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, den einzig richtigen Schluss gezogen. Leider wird diese Maßnahme aber erst in drei Jahren spürbare Ergebnisse erzielen können. Insektizide dürfen nur im unbedingt notwendigen Ausmaß angewendet werden. Die wirksamste und billigste Bekämpfung ist nämlich nicht ständig Mais auf Mais anzubauen, sondern auf die richtige Fruchtfolge zu achten.

In Luxemburg müssen die Imkerinnen und Imker momentan die Erneuerung der Bienenvölker und das vorsorgliche Austauschen des alten Wabenmaterials zeitlich und finanziell selber tragen. Verluste wie die vom letzten Winter, mit 60% toter Bienenvölker, sind jedoch nicht haltbar. Würden die Imker ihre Bienenbestände nicht durch den Zukauf von Völkern oder Schwärmen neu aufbauen, hätte dies schwerwiegende Folgen für die Bestäubung unserer Obst- und Gemüsepflanzen, aber auch von rund 80 Prozent aller wilden Pflanzen die von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind. Bienenschutz ist also auch für die Landwirtschaft von überaus zentraler Bedeutung. Es müssen schnell hygienische, aber auch finanzielle Maßnahmen ergriffen werden, damit sich zahlreiche Imkerinnen und Imker nicht entmutigen lassen und die Bienenzucht aufgeben.

In diesem Zusammenhang möchte ich folgende Fragen an den Landwirtschaftsminister stellen:

Welche Bienenschäden wurden von den Imkerinnen und Imkern seit 2010 bis heute gemeldet?

Wie viele Bienenschäden wurden in den Jahren 2010 bis 2012 von den zuständigen Dienststellen untersucht? Was war das Ergebnis dieser Untersuchungen? In wie vielen Fällen wurden Schäden aufgrund von Beizmitteln festgestellt?

Betrachtet der Minister die Imkerei als integralen Teil der luxemburgischen Landwirtschaft?

Werden betroffene Imkerinnen und Imker für ihre Bienenverluste des letzten Winters entschädigt? Wenn ja, in welcher Höhe? Wenn nein, warum nicht?

Wie viele Pollen- und Honigproben wurden im Jahr 2012 auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht? Wie viele Proben enthielten Rückstände von Beizmittelwirkstoffen?

Wie oft darf ein luxemburgischer Landwirt hintereinander auf dem gleichen Feld Mais anbauen?

Die Fruchtfolge bewirkt beim Maisanbau eine massive Reduktion des Schädlingsdrucks und senkt somit den Insektizid Bedarf. Wie hoch ist der Anteil der Fruchtfolge in den einzelnen Kantonen des Landes und wie hoch der nationale Durchschnitt?

Welche konkreten Maßnahmen zur Umstellung des Maisanbaues von Monokulturen auf Fruchtfolge werden demnächst getroffen?

Réponse à la question parlementaire

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