Atomenergie: Sicher ist nur das Risiko

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30 Jahre Tschernobyl

Am heutigen Dienstag gedenken wir der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl. Vor genau 30 Jahren, am 26. April 1986, explodierte der Block 4 der Atomzentrale Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion. Der Reaktor brannte fast eine Woche lang und schleuderte enorme Mengen an Radioaktivität in die umliegenden Gebiete der heutigen Ukraine, von Weißrussland und Russland. Mehr als die Hälfte der radioaktiven Niederschläge wurden über Wolken auch in viele andere europäische Länder verteilt. Ein vollständiges Bild aller Folgen der Katastrophe wird es voraussichtlich nie geben. Das Sperrgebiet um die AKW-Ruine wo kein dauerhafter Aufenthalt möglich ist, entspricht auch 30 Jahre später immer noch einer Fläche fast so groß wie Luxemburg.

Doch auch drei Jahrzehnte nach dem SuperGAU von Tschernobyl muss man feststellen, dass die Atomlobby und oft auch die Aufsichtsbehörden viel zu nachlässig mit Atomkraftwerken und deren Risiken umgehen. Luxemburgische Kritik an der Sicherheit des AKW Tihange wurden bisher mit Verweis auf die Unabhängigkeit der föderalen Agentur für Nuklearkontrolle abgewiesen. Doch nun zeigt ein internes Audit, dass die Unabhängigkeit der Kontrollbehörde sogar intern in der Kritik steht und die politische Einflussnahme wächst.

In Frankreich wiederum versucht EDF momentan den schlechten Zustand der Notstromsysteme seiner 58 Atomreaktoren zu verschleiern, beziehungsweise klein zu reden. Interne Kontrollberichte zeigen ein dramatisches Bild: KEIN EINZIGES System lief problemfrei. Fast die Hälfte wurde als "dégradé" und 13 Prozent sogar als inakzeptabel eingestuft! Doch anstatt diese Probleme anzugehen, spielt EDF den Inhalt seiner eigenen Berichte herunter und geht nun gegen die Zeitung vor welche die Papiere öffentlich machte.

Man sollte meinen, dass wir uns 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima, bewusst sind, welchen Gefahren wir uns durch Nuklearenergie aussetzen. Leider scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Es ist und bleibt unverantwortlich die mit tausenden von feinen Haarrissen übersäten belgischen Reaktoren in Tihange und Doel weiter zu betreiben! Belgien sollte schnellstmöglich aus der Atomenergie aussteigen anstatt die AKW zu verlängern!“ kommentiert Partei-Präsidentin Françoise Folmer.

Die Zivilbevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, wie sicher, beziehungsweise wie unsicher die umliegenden AKW sind. Und das gilt auch für Nachbarstaaten wie Luxemburg. Ein Konzern - zudem in staatlichem Besitz - hat nicht das Recht, solch brisante Berichte wie die zu den Notstromsystemen sogar vor Atomaufsicht geheim zu halten oder gegen die Medien welche die gravierenden Schwachstellen bekannt gemacht haben vorzugehen.Gerade anlässlich dieses Jahrestages müssten die französischen Behörden und die Politik entschieden reagieren und eine Stilllegung der Reaktoren deren Notstromsysteme als inakzeptabel eingestuft wurden verlangen!“ fordert der Abgeordnete Henri Kox abschließend.

Pressemitteilung

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