AKW-Sicherheit in der EU - Atomausstieg in Europa muss heute beginnen

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déi gréng

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Die  immer bedrohlicher werdende Atomkatastrophe in Japan und die dadurch ausgelöste  Debatte über die Sicherheit von AKWs stellt auch die Energiepolitik der EU in  Frage. Die Grünen fordern einen koordinierten Atomausstieg in ganz Europa

Brüssel, 15. März  2011

Die  immer bedrohlicher werdende Atomkatastrophe in Japan und die dadurch ausgelöste  Debatte über die Sicherheit von AKWs stellt auch die Energiepolitik der EU in  Frage. Die Grünen fordern einen koordinierten Atomausstieg in ganz Europa. Die  Vorsitzenden der Grünen/EFA Fraktion, Rebecca  Harms und Dany Cohn-Bendit erklären dazu:

"Wir sind mit unseren Gedanken  und unserem Mitgefühl bei den Menschen in Japan, während das ganze Ausmaß der  tragischen Ereignisse in Japan noch nicht abzusehen ist. Nach Erdebeben und den  Tsunami sind die Menschen in Japan nun einer Atomkatastrophe ausgesetzt. Die EU  und ihre Mitgliedsstaaten müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um Japan bei  der Bewältigung dieser Krise zu helfen.

Die Bilder, die aus  Japan zu uns kommen, konfrontieren uns seit Tagen mit den  Grenzen von Mensch und Technik. Wir lernen wieder welche  Bedrohung mit dem Wort Restrisiko versteckt wurde.  Da für kein  Atomkraftwerk große Kernschmelzunfälle ausgeschlossen werden können, ist es für  uns ein Gebot der Vernunft, aus der Atomkraft auszusteigen.

Der europäische Atomausstieg  muss sofort in Angriff genommen werden. Absolute Priorität muss dabei die  Stilllegung jener AKWs haben, die vor 1980 gebaut wurden, die in  erdbebengefährdeten Gebieten liegen, die keine doppelte Schutzhülle haben oder  die Siedewasserreaktoren sind. Von diesen Anlagen gehen die größten Risiken aus.  Der Atomausstieg muss rasch und konsequent betrieben werden damit Europa das  Kapitel Atomenergie so schnell wie möglich schließen kann.

Die EU muss energiepolitisch  umdenken. Für die Europäische Kommission bedeutet dies ihre jüngst vorgestellten  strategischen Pläne zu Energieeffizienz und Klimastrategie von Grund auf zu  überarbeiten, ehrgeizige Gesetzesvorschläge vorzulegen und auch die nötigen  Finanzinstrumente zur Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren  Energien bereitzustellen. Die EU muss sich auf das Ziel einer 100-prozentig auf  Erneuerbaren Energien basierenden Wirtschaft bis 2050 verpflichten. Die Grünen  sind bereit die EU-Kommission bei der Verfolgung dieses Ziels zu  unterstützen."